Vielfalt wichtig für Ausbildung

Ausländische Auszubildende federn den Fachkräftemangel ein wenig ab – es gibt noch mehr Potential
Wie wichtig junge Menschen aus dem Ausland für die Fachkräftesicherung sind, zeigt eine aktuelle Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW): Mittlerweile hat jeder sechste Auszubildende zwischen 15 und 34 Jahren eine ausländische Staatsangehörigkeit. „Wir müssen das Potenzial der ausländischen Jugendlichen, die schon hier sind, besser ausschöpfen – und zugleich Jugendliche aus Drittstaaten gezielt anwerben“, fordert IW-Expertin Lydia Malin.
Rund 255.000 junge Menschen mit ausländischem Pass absolvierten 2025 eine Ausbildung in Deutschland. Ihr Anteil ist seit 1999 von 5,3 auf 16,3 Prozent gestiegen. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, den Rückgang deutscher Auszubildender abzufedern. Und das Potenzial ist längst nicht ausgeschöpft: Während 7,4 Prozent der jungen Deutschen eine Ausbildung machen, sind es unter den ausländischen Jugendlichen bislang 6,2 Prozent. Der Abstand wird allerdings kleiner.
Für die Wirtschaft ist diese Entwicklung ein wichtiges Signal. Schließlich blieben zwischen Juli 2025 und Juni 2026 rechnerisch rund 340.000 Fachkräftestellen unbesetzt, weil entsprechend qualifizierte Arbeitslose fehlten. Mehr als 60 Prozent dieser Stellen erforderten eine abgeschlossene Berufsausbildung. Damit die Vielfalt auf dem Ausbildungsmarkt ihre Wirkung noch besser entfalten kann, fordert das IW mehr Berufsorientierung, Sprachförderung und Unterstützung bei der Wohnungssuche. Auch der Übergang von der Ausbildung in den Beruf müsse erleichtert werden. Denn wer junge Menschen ausbildet, sollte ihnen anschließend auch eine berufliche Perspektive bieten können.







