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Wäscheunternehmen treiben Kreislaufwirtschaft voran

  • Gaia
  • 23. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit


Was lange als kaum lösbares Problem galt, rückt in greifbare Nähe: Mischgewebe aus Polyamid und Elasthan, wie sie in großen Teilen der Wäsche-, Swim- und Shapewear-Sortimente eingesetzt werden, lassen sich erstmals gezielt trennen und wieder in den Produktionskreislauf zurückführen. In einem gemeinsamen Pilotprojekt zeigen Triumph, The Lycra Company und RadiciGroup, dass ein Faser-zu-Faser-Ansatz auch bei komplexen Materialkombinationen funktionieren kann.


Im Zentrum steht dabei nicht ein einzelnes Produkt, sondern ein technologischer Machbarkeitsnachweis: Aus Produktionsresten eines Polyamid/Elasthan-Mixes entstand ein Lingerie-Prototyp, bei dem beide Faserkomponenten recycelt und erneut versponnen wurden. Für Stefano Alini, CEO von Radici InNova, markiert das einen Wendepunkt: „Dank dieses Projekts erreicht das Textilrecycling eine neue Dimension. Zum ersten Mal haben wir bewiesen, dass Fasern aus Mischgeweben zurückgewonnen und wiederverwendet werden können, um neue Kleidungsstücke zu schaffen – ein Meilenstein, der die Tür zu wirklich zirkulären Entwicklungen für unsere Branche öffnet.“


Für alle drei Partner ist das Projekt Teil einer langfristigen Strategie. Triumph bringt die Perspektive der Anwendung und Produktentwicklung ein, Radici das chemische Know-how zur Rückgewinnung von Polyamid, während The LYCRA Company den Nachweis erbringt, dass auch recyceltes Elasthan seine funktionalen Eigenschaften wie Dehnbarkeit, Komfort und Formstabilität beibehält.


Konkret basiert das Verfahren auf einem selektiven chemischen Recyclingprozess, bei dem Polyamid und Elasthan aus gemischten Textilabfällen getrennt werden. Das zurückgewonnene Polyamid wird zu neuem Garn verarbeitet, während das Elasthan erneut in den Spinnprozess eingebracht wird. Aus diesen recycelten Fasern entsteht anschließend ein neuer Stoff, der die Grundlage für den Prototyp bildet.


Die Wäschebranche schaut also auf spannende Entwicklungen, die erstmals eine realistische Perspektive für typische PA/Elasthan-Materialien eröffnen, neue Nachhaltigkeits- und Kommunikationsansätze ermöglichen und zugleich höhere Anforderungen an Rückverfolgbarkeit, Sortierung und Systemdenken mit sich bringen. Vor dem Hintergrund zunehmender regulatorischer Vorgaben in Europa gewinnt die Frage nach recyclingfähigen Materialsystemen zusätzlich an Gewicht.

 
 
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