top of page

Billig-Importe aus China bald zollpflichtig

  • Gaia
  • 19. Nov.
  • 1 Min. Lesezeit

ree

Die EU-Finanzminister haben beschlossen, die bislang geltende Zollfreigrenze von 150 Euro für Direktimporte aus Drittstaaten abzuschaffen. Künftig sollen auch Kleinsendungen – etwa von Plattformen wie Shein, Temu oder AliExpress – mit Zöllen belegt werden. Hintergrund ist die massive Paketflut aus China und der Vorwurf des systematischen Missbrauchs: Laut EU-Kommission wird bei einem Großteil der Sendungen der Warenwert zu niedrig angegeben, um Abgaben zu umgehen. 


Die Zollfreigrenze soll nach jetzigem Stand spätestens bis 2028 vollständig fallen, eine Übergangslösung ab 2026 ist geplant. Ziel ist es, Wettbewerbsverzerrungen zu beseitigen und dem europäischen Handel wieder fairere Rahmenbedingungen zu verschaffen. Politiker:innen und Handelsverbände sprechen von einem „überfälligen Schritt“ hin zu fairem Wettbewerb, mahnen aber zugleich an, die Zollbehörden personell und digital besser auszustatten. 


Die Bodywearbranche erhofft sich von dem Schritt eine Entlastung: Wenn Kleinsendungen aus China zollpflichtig werden und sogar zusätzliche Bearbeitungsgebühren anfielen, könnten extrem niedrige Endpreise von Fast-Fashion- und Wäsche-Anbietern aus Fernost weniger leicht zu halten sein. Auch der Preisabstand zwischen Markenware und Billigimporten würde sich wieder verringern, sodass margenstarke Basics und Einstiegsprodukte im Fachhandel wieder attraktiver wirken – insbesondere für preissensible Kund:innen, die bislang stark zu Plattformen wie Shein oder Temu abgewandert sind. Sobald der reine Preisvorteil von Billigimporten abflacht, könnte die Argumentation mit Langlebigkeit, Passform, Beratung und zertifizierten Lieferketten für Bodywear-Marken und den Fachhandel an Gewicht gewinnen.

 
 
bottom of page